Meisterwerke im MAS

Zum zweiten Mal mache ich mich auf den Weg zum MAS. Diesmal zu Fuß, denn jetzt kenne ich den Weg. Ca. 15 Minuten benötige ich, um von meinem Hotel im Zentrum Antwerpens entlang der Schelde bis zum neuen Museum zu schlendern. Ich komme an der Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe vorbei, an der mittelalterlichen Burg Steen -dem ältesten Gebäude der Stadt - an neuen Apartmenthäusern mit Blick über die Schelde.    

Dann bricht die Häuserzeile ab und eröffnet den Blick auf das imposante Museum MAS, das da zwischen zwei ehemaligen Dockbassins thront.MASSarahBlee                            

MASfassade
Es ist wirklich beeindruckend. Noch einmal nehme ich die große Wendeltreppe im Inneren des Gebäudes. Das Panorama
verändert sich auf jedem
Stockwerk und wird proportional
mit der Höhe weitläufiger und einfach atemberaubender.

 

 

Nach diesem Höhenflug besuche ich die Ausstellung ‘Meisterwerke im MAS’ im
3. Stock des Museums. Das heißt, weg vom hellen Tageslicht und rein in künstlich beleuchtete Museumshallen. Es erwarten mich mehrere Räume mit Kunst aus Antwerpener Museen vom 15. Jahrhundert bis heute.

                            

RubensWerke von den Altniederländern treffen auf zeitgenössische Kunstwerke. Man sucht nach Gemeinsamkeiten bzw. stellt Bezüge  zwischen Werken aus verschiedenen Jahrhunderten her. So werden z. B. Parallelen von Kunstsammlern bzw. Besitzern von Kunstkammern aus dem 16. Jahrhundert und der Sammleraktivität des belgischen Gegenwartskünstlers Panamarenko aufgezeigt.

Wanderer

 

 

Die Schau bietet einen guten Einblick in das Kunstschaffen der letzten 500 Jahre und vereint gleichzeitig auch die größten Kunstwerke aus den Antwerpener Museen – kurz - 
ein neues Museum für interessante Ein- und Ausblicke, dessen Besuch sich doppelt lohnt!

 

www.mas.be

Gerti
24.05.2011 15:39

MAS–Museum am Strom. Eine neue Landmarke in Antwerpen

Antwerpen hat ein neues Museum – besser – einen Museumsturm!
Ich habe mich so richtig klein gefühlt, als ich am Museumsplatz stand und meinen Blick nach oben richtete: Riesige Quader aus rotem Sandstein und dazwischen Glasfassaden.

     Aussen3MAS-building,-Antwer       PlattformMAS-building,-Antw

Dieses Gebäude muss man von innen sehen, und das ist auch gut möglich. Hier kann jeder rein kommen und sich mit der Rolltreppe von Stock zu Stock nach oben tragen lassen.
Der Ausblick ist berauschend. Riesige geschwungene Glaswände an den Außenwänden lassen den Blick über Hafen und Schelde oder auch über die Stadt gleiten. Ähnlich einer überdimensionalen Wendeltreppe schraubt man sich nach und nach in die Höhe. Im 8. Stock ist dann aber erst einmal Schluss, den die letzte Etage, der 9. Stock, ist der haute cuisine und seinen Verehrern vorbehalten. Der 2* Koch Viki Geunes hat sein Restaurant im Limburgischen Mol aufgegeben, um die Antwerpener Feinschmecker hier in luftigen Höhen zu bekochen.

     Detail2MAS-building,-Antwer      Detail1MAS-building,-Antwer     DetailMAS-building,-Antwerp

Also geht es wieder retour zum Eingang. Dort besorge ich mir eine Eintrittskarte in die Museumsräume. Wenn ich schon hier bin, will ich auch sehen, welche Geschichten die Stadt Antwerpen zu erzählen hat. Ich beginne im 2. Stock im Museumsdepot. Hier kann man den Fundus dieses riesigen Museums betrachten. 470.000 Stücke insgesamt besitzt das MAS – davon sind einige Tausend in den Sälen ausgestellt und die meisten hier im Depot in Regalen gestapelt bzw. in Schubladen eingeordnet. Es war wohl ein unglaublicher Kraftakt, all diese Gegenstände zu inventarisieren.

Die 4. Etage ist dem Thema Machtdemonstration gewidmet und erzählt von fünf Machthabern und deren Methoden und Symbole der Machtausübung. Im 5. und 6. Stock steht die Stadt Antwerpen zentral. Einmal in ihrer Entstehung und Entwicklung und dann auch in ihrer Rolle als Hafenstadt. Neben vielen Bildern und Gegenständen werden auch Videofilme gezeigt. An vielen Stellen kann man sich mittels Museums-iPhone die Informationen auf Deutsch auf den Bildschirm laden.

Die letzten zwei Museumsstockwerke handeln vom Thema Leben und Tod. Es wird gezeigt wie verschiedene Völker mit den Fragen – woher kommen wir und wohin gehen wir – umgehen.
Mir schwirrt schon ein wenig der Kopf, auch weil es hier so viele unterschiedlichen Themen und Zugänge gibt, dass ich beschließe die temporäre Ausstellung auf den nächsten Tag zu verschieben.

Ich setze mich jetzt lieber auf die Terrasse des Museumscafés Storm und lass mir ein einheimisches Bierchen servieren – ein Antwerpener Bolleke!

Gerti
16.05.2011 10:36

Der Aschenwolke gerade noch entkommen

Sonnenschein macht mich glücklich, gerade auch auf Reisen. Dieses Glück potenziert sich sofort, wenn ich erfahre, dass es zu Hause regnet und kalt ist und sich alle nach einem Wetterumschwung sehnen. So war das auch letzte Woche, wo ich im Sonnenschein durch Brüssel schlenderte, die Jacke lässig über die Schulter geworfen.

Die Einkaufsgalerien waren verlassen, nur vereinzelt waren Leute in Geschäften zu sehen. Alle wollten die Sonne genießen. Die Tischchen vor den Cafés am Place du Sablon waren besetzt, es wurde getrunken, geplaudert, das Gesicht der Sonne zugewandt. Auf den Stufen des Kunstberges hatten sich Gruppen von jungen Leuten niedergelassen und wie ich so ins historische Zentrum hinunter spaziere habe ich plötzlich die Assoziation ‘Ameisenhaufen in slow motion’. Es wurlt, es brummt, Gesprächsfetzen, Lachen, Stöckelschuhgeklapper. Zwischendurch der unwiderstehliche Duft von frischen Waffeln.

Am nächsten Tag fuhr ich nach Antwerpen. Auch hier – strahlend blauer Himmel – zu Hause Regen. So geht das noch einen lieben Tag lang. Beim Mittagessen kommt dann die erste Eintrübung – nicht des Himmels, sondern meiner besten Laune.
Der Kellner redet was von einer Aschenwolke, Island, Vulkan, mögliche Flughafensperre – Moment mal! Bad joke? Dafür scheint der zu nett zu sein.

Ein schneller Anruf ins Büro – man weiß von nichts – bei der Airline übrigens auch nicht :-)
Ein prüfender Blick gen Himmel – blau so weit ich sehe! Kurz darauf ein Rückruf der Kolleginnen: “Gerti du hast Glück – alle Flüge ab 16h30 sind gestrichen, aber deiner um 16h findet statt.” 
Im Flughafenbus prüfe ich stets wieder das Blau des Himmels ob etwaiger grauer Verschmutzungstendenzen – nichts. Dann die Message: Flug gestrichen – Flughafen wird gesperrt. Das Glück ist ein Vogerl.

Am Flughafen herrscht alltägliche Geschäftigkeit. Von Chaos ist hier noch keine Spur. Die Schlange beim Fahrkartenschalter für die Bahn ist an anderen Tagen auch so lang. Ich löse ein Ticket zum Südbahnhof und kurze Zeit später bin ich auch schon unterwegs. Alles scheint so friedlich und normal, dass ich für einen kurzen Moment an meiner Wahrnehmung zweifle. Der Reality-Check folgt am Südbahnhof. Dort ist die Schlange vor den Schaltern für internationale Verbindung bereits außergewöhnlich lange. Trotzdem warte ich kaum 10 Minuten. Der Schalterbeamte ist zwar schon leicht erschöpft aber dennoch sehr bemüht.

Als ich eine halbe Stunde später wieder im Zug sitze und Brüssel langsam hinter mich lasse, diesmal in Richtung Deutschland, stellt sich ein Gefühl der Erleichterung ein. Die nahende Wolke war im aufkeimenden Chaos am Südbahnhof bereits zu spüren und ich wusste, dass ich mich noch gerade rechtzeitig aus dem (Vulkan-)Staub machen konnte.

Das Glück hatte mich doch nicht verlassen!

Gerti
19.04.2010 09:02

Antwerpen – die Shopping-Metropole in Flandern

Heute stand Antwerpen am Programm. :) Eine tolle Stadt.

Allein die Ankunft am Hauptbahnhof war überwältigend. Vier Stockwerke nur für Züge. Und das Gebäude – traumhaft.

Vom Bahnhof draußen, gingen wir entlang der Meir – eine riesige Einkaufsstraße. Es waren so viele shoppingbegeisterte Menschen unterwegs. Alle trugen schon mindestens eine Tasche mit sich.

champagnerbar

 

Ungefähr bei der Hälfte hieß es dann
Kaffeepause im Stadsfeestzaal in der
Champagnerbar. Was könnte denn auch
schöner sein, als in einer Bar in einem
prunkvollen ehemaligen Ballsaal einen Kaffee
und ein Stück Kuchen zu genießen. Sowas
muss man einfach erlebt haben. :)

 

Nach der kurzen Pause schlenderten wir dann weite r durch die Stadt. Sogar das Rubens Haus haben wir gesehen. Leider wird es momentan renoviert, wodurch wir nicht viel davon erblicken konnten.

liebfrauenkathedrale

 

Am Ende von der Einkaufsstraße standen wir vor einer riesigen Kathedrale – die Liebfrauenkathedrale. Jeder
der schon mal “Niklaas, der Junge aus Flandern”
gesehen hat, kennt diese Kathedrale. Sie ist einfach umwerfend – von außen und von innen. Im Inneren dieses Bauwerkes befinden sich einige kostbare Kunstwerke, unter anderem von Peter Paul Rubens.

 

Als nächstes kamen wir zum Grand Place. Einfach gigantisch. Da stand für mich fest, jeder sollte mindestens einmal Flandern besuchen. In der Mitte ein wunderschöner Weihnachtsmarkt und rund herum Backsteinhäuser, die einen an früher erinnern.

schelde

 

Wir sind dann weiter gegangen – Richtung

Schelde. Dieser Fluss, die Ufer, die Promenade

– alles versetzte mich in eine richtige

Urlaubsstimmung. :)

 

 

Danach ging es weiter ins Modeviertel. Wir holten uns noch schnell einen Snack von  Panos und dann schlenderten wir gemütlich durch die Straßen. Vorbei an verschiedensten Boutiquen. Es gab so viele verschiedene Dinge, die man in den Schaufenstern zu sehen bekam. Ein Geschäft hat mir besonders imponiert…man konnte darin essen und gleichzeitig Schuhe kaufen. Sowas sollte man in Österreich auch haben. Das ideale für Mann und Frau – er isst und sie kauft sich in der Zwischenzeit ein Paar Schuhe (oder auch mehrere). :)

Jetzt sitzen wir gerade im Zug zurück nach Gent. Freu mich schon so richtig auf mein Bett. Dieser Tag war geprägt von so vielen Eindrücken. Antwerpen sollte man besuchen, und am besten wäre es, viel Geld mitzunehmen, damit man auch die Shopping-Metropole erleben kann.

Kathi
12.12.2009 20:00

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